Halte zuerst monatliche Buchungen, Bargeldbedarf, Karten und Buchhaltungsanbindung fest. Berechne dann für zwei Konten die Jahreskosten derselben Nutzung. Prüfe außerdem, ob Rechtsform und Tätigkeit unterstützt werden und welche Unterlagen die Bank verlangt.
1. Was muss dein Geschäftskonto leisten?
Ein Geschäftskonto dient den Ein- und Auszahlungen deines Unternehmens. Erstelle vor dem Kontovergleich ein kurzes Nutzungsprofil. Damit bewertest du Angebote anhand deiner eigenen Anforderungen.
- Zahlungsverkehr: Wie viele Einzahlungen, Auszahlungen und sonstige Buchungen erwartest du im normalen Monat?
- Bargeld: Arbeitest du überwiegend online oder musst du auch Bargeld einzahlen?
- Karten und Zugänge: Brauchst du eine physische Karte, eine Zusatzkarte oder einen weiteren Nutzer?
- Währungen: Zahlst du ausschließlich in Euro oder auch in anderen Währungen?
- Verwaltung: Benötigst du Kontoexporte und die Anbindung an eine Buchhaltungssoftware?
Rechne zusätzlich mit einem Szenario für mehr Zahlungsverkehr. Ein Konto, das bei zehn Buchungen passt, kann bei deutlich mehr Buchungen anders abschneiden.
2. Welche Kosten gehören in den Geschäftskonto-Vergleich?
Notiere neben dem Tarifnamen das Prüfdatum und den Link zum Preisverzeichnis. Kläre, welche Vorgänge als Buchung zählen und ob Zahlungseingänge, Überweisungen oder andere Vorgänge gleich berechnet werden.
| Prüfpunkt | Für Konto A und B festhalten |
|---|---|
| Grundpreis | Regulärer Preis, Einstiegsvorteil und dessen Dauer. |
| Buchungen | Inklusivmenge, gezählte Vorgänge und Preis zusätzlicher Buchungen. |
| Karten und Bargeld | Kartenpreis sowie Kosten für Ein- und Auszahlungen. |
| Währungen und Extras | Gebühren benötigter Auslandszahlungen und Zusatzleistungen. |
| Export und Buchhaltung | Exportformate, unterstützte Programme und separate Abonnements. |
| Wechsel und Kündigung | Tarifwechsel, Kündigung und Datenexport vor der Schließung. |
„0 € pro Monat” beschreibt den Grundpreis. Für die Gesamtkosten musst du auch die Leistungen berücksichtigen, die du tatsächlich nutzt.
3. Beispiel: Ein niedriger Grundpreis kann teurer werden
Die folgenden Konten A und B sind erfunden, keine Bankangebote. Wir rechnen mit 80 nach den Beispielregeln berechneten Buchungen pro Monat, ohne Bargeld, Fremdwährungen oder weitere Extras.
192 € im Jahr
0 € Grundpreis, keine Inklusivbuchungen, 0,20 € je Buchung.
80 × 0,20 € × 12 = 192 €
108 € im Jahr
9 € pro Monat mit 100 Inklusivbuchungen. Die 80 Buchungen sind enthalten.
9 € × 12 = 108 €
Bei dieser Nutzung kostet Konto B jährlich 84 € weniger. Bei nur 20 Buchungen im Monat würde Konto A dagegen 48 € im Jahr kosten. Verwende deshalb deine eigene Buchungszahl und rechne Extras und Einstiegsaktionen gesondert ein.
4. Rechtsform, Unterlagen und Nutzung prüfen
Prüfe vor dem Antrag, ob der Anbieter deine Rechtsform, Tätigkeit und Geschäftssituation unterstützt. Suche auf der offiziellen Website nach den benötigten Unterlagen und dem Identifikationsverfahren. Je nach Fall können ein Identitätsnachweis, eine Gewerbeanmeldung oder Gesellschaftsunterlagen verlangt werden.
Gehe nicht davon aus, dass jedes Privatkonto geschäftlich genutzt werden darf. Die IHK unterscheidet für Einzelunternehmer im Nebenerwerb zwischen einer gesetzlichen Pflicht zu einem besonderen Geschäftskonto und den Bankbedingungen. Sie empfiehlt außerdem, private und betriebliche Zahlungen zu trennen. Diese Einordnung gilt für den beschriebenen Fall, nicht pauschal für alle Rechtsformen. [1]
Kläre für dein Konto auch Identifikation, Onlinebanking und den Abruf von Auszügen. Plane den ersten geschäftlichen Zahlungseingang erst, wenn die Einsatzbereitschaft geklärt ist.
5. Geschäftskonto und Buchhaltung unterscheiden
Das Konto zeigt Geldbewegungen. Ein Rechnungsprogramm erstellt Dokumente für Kunden. Eine Buchhaltungssoftware kann Zahlungen und Belege zuordnen und weitere Aufzeichnungen unterstützen, abhängig vom gebuchten Umfang.
Wenn ein Kontopaket mit „Buchhaltung” wirbt, prüfe separat: welches Programm enthalten ist, welche Funktionen du erhältst, wie die Aktivierung läuft, wie lange der Vorteil gilt und was danach berechnet wird. Beachte auch die Kündigungsbedingungen. Eine Bankanbindung allein sagt nicht, ob das Programm alle Aufgaben deines Unternehmens abdeckt.
6. Dein nächster Schritt: Zwei Konten durchrechnen
- Erwartete Buchungszahl und benötigte Funktionen notieren.
- Zwei für deine Rechtsform verfügbare Konten auswählen.
- Aktuelle Preise übernehmen und das Prüfdatum festhalten.
- Erstes Jahr und Jahr nach der Einstiegsaktion getrennt berechnen.
- Unterlagen, Aktivierung und Buchhaltungszusätze vor dem Antrag prüfen.
Das Ergebnis ist dein Vergleich von Gesamtkosten und Funktionen. Dieser Ratgeber erklärt keine Bank zum besten Anbieter für alle.
Häufige Fragen
Was zählt bei einem Geschäftskonto als Buchung?
Das ergibt sich aus dem Preisverzeichnis des jeweiligen Anbieters. Prüfe, welche Zahlungseingänge, Überweisungen oder sonstigen Vorgänge berechnet werden und ob sie im monatlichen Kontingent enthalten sind.
Ist ein Geschäftskonto ohne Grundgebühr kostenlos?
Nicht automatisch. Buchungen, Karten, Bargeld oder Zusatzleistungen können trotzdem kostenpflichtig sein. Berechne die Jahreskosten deiner geplanten Nutzung.
Wie vergleiche ich Geschäftskonten vor der Gründung?
Erstelle ein Basisszenario mit wenigen Buchungen und ein zweites für mehr Zahlungsverkehr. Verwende bei allen verglichenen Tarifen dieselben Annahmen.
Ist Buchhaltung im Geschäftskonto automatisch enthalten?
Das hängt vom Paket ab. Prüfe Software, Funktionen, Aktivierung, Aktionsdauer und regulären Preis. Das Bankkonto allein ist keine vollständige Buchhaltungsleistung.
Quellen und Erstellung
- IHK Kassel-Marburg: Privatkonto oder GeschäftskontoTrennung von Zahlungen sowie gesetzliche Einordnung und Bankbedingungen für Einzelunternehmer im Nebenerwerb.
Erstellt von BusinessProfi24 mit Unterstützung von KI-Werkzeugen. Verlinkte offizielle Quellen wurden am 31.10.2026 geprüft. Beispiele und Arbeitsschritte wurden für diesen Ratgeber erstellt; erfundene Beträge sind keine Marktangebote. Allgemeine Informationen ersetzen keine individuelle steuerliche, rechtliche oder finanzielle Beurteilung.